Verantwortungsvoll spielen
LUGAS, OASIS und Beratung: Einzahlungslimit, Selbstsperre und Hilfe
Mit dem Einzahlungslimit und der Selbstsperre gibt es in Deutschland zwei Werkzeuge, die dich vor zu viel Spiel schützen. Hier steht, wie sie funktionieren, wie du ein Limit senkst oder eine Sperre beantragst und wo du kostenlos Beratung bekommst.
LUGAS ist das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem, das die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt. Für dich als Spieler ist es vor allem ein Schutzwerkzeug: Es sorgt dafür, dass ein Einzahlungslimit, das du einmal festlegst, bei allen angeschlossenen Anbietern zusammen gilt.
Daneben gibt es OASIS, die bundesweite Sperrdatei. Beide Einrichtungen sind dafür da, dass du Grenzen ziehen und Pausen einlegen kannst. Diese Seite erklärt, wie das praktisch geht, und nennt Stellen, bei denen du Hilfe bekommst, wenn das Spiel mehr Zeit oder Geld kostet, als du willst.
Alle Paragrafen beziehen sich auf den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), gelesen am 15. September 2026 auf gesetze-bayern.de. Adressen und Lesedaten aller Quellen stehen unter Belege und Lesedaten.
Was LUGAS speichert
Das System besteht aus zwei Dateien mit verschiedenen Aufgaben.
Die Limitdatei (§ 6c) zählt Geld. Sie rechnet die Einzahlungen eines Spielers im Kalendermonat bei allen angeschlossenen Anbietern zusammen und vergleicht sie mit seinem Limit. Ist das Limit erreicht, lehnt die Kasse weitere Einzahlungen ab. Die GGL spricht in ihren Antworten für Spielende, gelesen am 9. September 2026, von einer technischen Unterbindung weiterer Einzahlungen.
Die Aktivitätsdatei (§ 6h) zählt keine Beträge. Sie vermerkt, ob du gerade irgendwo als aktiv geschaltet bist, damit nicht an zwei Stellen gleichzeitig gespielt wird. Wechselst du den Anbieter, bleibt der Eintrag nach § 6h Abs. 4 noch fünf Minuten bestehen. Außerdem zeigt dir der Anbieter nach Abs. 7 die Zeit seit der letzten Meldung an die Datei.
Wichtig für dich: Die Limitdatei kennt nur Einzahlungen. Gewinne, Verluste und deinen Kontostand erfasst sie nicht. Deine Spielhistorie findest du im Kundenkonto beim Anbieter.
Dein Limit in LUGAS: festlegen, senken, erhöhen
Bei der Registrierung legst du nach § 6c Abs. 1 ein Monatslimit fest. Es darf grundsätzlich 1.000 € nicht übersteigen, und du kannst jederzeit einen kleineren Betrag wählen. Ohne festgelegtes Limit ist keine Teilnahme möglich.
Senken wirkt sofort. Nach § 6c Abs. 3 greift ein niedrigeres Limit in dem Moment, in dem du es einträgst.
Erhöhen braucht sieben Tage. Eine Erhöhung wird erst nach einer Schutzfrist von sieben Tagen wirksam. Diese Frist ist bewusst gesetzt: Sie trifft genau die Entscheidung, die nach einem Verlust im Ärger fällt, und gibt dir eine Woche zum Nachdenken.
So senkst du dein Limit:
- Melde dich im Kundenkonto an und öffne den Bereich für Limits oder Spielerschutz.
- Trage den neuen, niedrigeren Monatsbetrag ein.
- Bestätige die Änderung. Weil LUGAS das Limit anbieterübergreifend führt, zählt der neue Betrag für alle Einzahlungen dieses Monats, egal bei welchem angeschlossenen Anbieter.
Ein guter Moment für diese Einstellung ist ein ruhiger Abend ohne laufendes Spiel. Wer das Limit gleich zu Beginn niedrig ansetzt, muss später nicht mitten in einer Pechsträhne darüber entscheiden.
Die Pausentaste: 24 Stunden Abstand
Neben der langen Sperre kennt der Staatsvertrag eine kurze. Nach § 6i Abs. 3 muss eine gut erkennbare Schaltfläche vorhanden sein, mit der du sofort eine Kurzzeitsperre auslöst. Sie endet ohne weiteren Antrag nach 24 Stunden.
Nach dem Klick darf der Anbieter dich nicht fragen, ob du dir sicher bist. Die Taste ist für genau den Moment gedacht, in dem du merkst, dass du aufhören solltest, und sie soll dann ohne Hürde funktionieren.
Nutze sie, wenn du merkst, dass du Verlusten hinterherspielst, wenn du müde bist oder getrunken hast, oder wenn eine Sitzung länger dauert als geplant. Ein Tag Abstand reicht oft, um in Ruhe zu entscheiden, ob du eine längere Pause brauchst. Wie Tempo und Einsatz beim Spielen zusammenwirken, beschreibt die Seite übers Spielen am Automaten und am Tisch.
OASIS: die Selbstsperre beantragen
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei, geführt vom Regierungspräsidium Darmstadt. Auf seiner Seite, gelesen am 15. September 2026, beschreibt das Regierungspräsidium das System als spielformübergreifendes, bundesweites Instrument zum Schutz von Spielerinnen und Spielern. Dort findest du die Anträge auf Eintragung, Aufhebung und Auskunft.
So läuft eine Selbstsperre ab:
- Dauer wählen. Nach § 8a dauert eine Selbstsperre mindestens ein Jahr, wenn du nichts anderes beantragst. Du kannst einen anderen Zeitraum wählen, der aber nicht kürzer als drei Monate sein darf.
- Antrag stellen. Das geht bei einem Anbieter oder direkt bei der Stelle, die die Sperrdatei führt, also beim Regierungspräsidium Darmstadt.
- Sperre wirkt. Solange der Eintrag besteht, bist du bei allen angeschlossenen Angeboten gesperrt, über alle Spielformen hinweg.
- Ende nur auf Antrag. Nach § 8b wird eine Sperre nur auf deinen schriftlichen Antrag aufgehoben und nicht vor Ablauf der Mindestdauer. Stellst du keinen Antrag, bleibt sie bestehen.
Wenn du wissen möchtest, was über dich gespeichert ist, stellst du beim Regierungspräsidium einen Antrag auf Auskunft. Die Sperre ist kein Urteil über dich, sondern ein Werkzeug, das du selbst in die Hand nimmst. Wie Einzahlungslimit, Einsatzregeln und Sperre im Staatsvertrag zusammenhängen, ordnet die Seite über Grenzen und Aufsicht in Deutschland ein.
Wie die Werkzeuge zusammenpassen
Die Werkzeuge greifen unterschiedlich tief, und du kannst mit dem kleinsten beginnen.
- Das Limit in LUGAS begrenzt das Geld, ohne das Spiel zu beenden.
- Die Pausentaste stoppt alles für einen Tag.
- Die Selbstsperre über OASIS schafft Abstand für Monate.
- Die Beratung hilft bei der Frage, welcher Schritt zu dir passt.
Merkst du, dass ein kleiner Schritt nicht hält, ist der nächste dran. Zeichen dafür sind ein Limit, das du immer wieder hochsetzen möchtest, oder eine Pausentaste, die zur Gewohnheit wird. Niemand verlangt eine Begründung, wenn du einen Schritt weitergehst.
Beratung: kostenlos und anonym
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) betreibt check-dein-spiel.de, gelesen am 15. September 2026. Dort findest du:
- das Beratungstelefon 0800 1 37 27 00, kostenlos und anonym,
- einen Selbsttest, mit dem du dein Spielverhalten einschätzen kannst,
- eine Online-Beratung für Betroffene und für Angehörige,
- eine Suche nach Beratungsstellen in deiner Nähe.
Du musst dir nicht sicher sein, dass du ein Problem hast, um anzurufen. Es reicht, wenn dich das Spielen beschäftigt, auch wenn du gerade nicht spielst.
Warnsignale, die du ernst nehmen solltest
- Du spielst, um Verluste zurückzugewinnen.
- Du spielst länger oder mit mehr Geld, als du dir vorgenommen hattest.
- Du verheimlichst dein Spielen vor Menschen, die dir nahestehen.
- Du leihst dir Geld oder schiebst Rechnungen auf, um spielen zu können.
- Du wirst unruhig oder gereizt, wenn du nicht spielen kannst.
- Schlaf, Arbeit oder Beziehungen leiden.
Erkennst du dich in einem dieser Punkte wieder, ist das ein guter Grund für einen Anruf oder eine Selbstsperre. Du musst nicht alle Punkte erfüllen.
Grenzen, die du selbst setzen kannst
Die gesetzlichen Werkzeuge sind ein Teil des Schutzes. Den anderen Teil baust du dir selbst, und er wirkt überall, wo du spielst.
- Budget. Bestimme vorab eine Summe pro Monat, deren Verlust dir nicht wehtut, und verbuche sie als Ausgabe für Freizeit.
- Limits im Kundenkonto. Viele Anbieter bieten eigene Grenzen für Einzahlungen, Verluste oder Sitzungsdauer an. Sie stehen meist unter „Verantwortungsvolles Spielen“ oder in den Kontoeinstellungen. Welche Arten von Grenzen es überhaupt gibt, ordnet die Seite über Limitarten.
- Pause oder Kontoschließung. Viele Kundenkonten haben eine Funktion, mit der du dich für eine Zeit ausschließt oder das Konto schließt.
- Banklimit. Ein niedriges Überweisungslimit im Online-Banking bremst jede Zahlung, siehe die Seite über das Tageslimit bei Bankzahlungen.
- Zeitlimit. Stell dir vor dem Spielen einen Wecker.
- Kein Kredit. Spiele nie mit geliehenem Geld und halte Spielgeld getrennt von Miete, Essen und Rechnungen.
Schreib deine Grenzen auf. Ein Entschluss, den du in Ruhe formuliert hast, hält besser als einer, den du mitten im Spiel triffst.
Wenn jemand in deiner Nähe spielt
Oft merken Angehörige zuerst, dass etwas nicht stimmt: Geld fehlt, Verabredungen platzen, das Handy liegt ständig in der Hand. Es ist schwer, das Thema bei einem Menschen anzusprechen, der dir wichtig ist. Such dir einen ruhigen Moment, beschreibe, was du beobachtet hast, statt Vorwürfe zu machen, und frag, wie die Person es selbst sieht. Weise auf das Beratungstelefon hin und darauf, dass sich jeder selbst sperren lassen kann.
Auch für dich als Angehörige oder Angehöriger gibt es Unterstützung: Die Online-Beratung auf check-dein-spiel.de richtet sich ausdrücklich auch an dich. Setz eigene Grenzen, etwa kein Geld mehr zu verleihen. Glücksspiel ist erst ab 18 Jahren; wie die Rangliste dieser Website entsteht, erklärt die Startseite mit den fünf Kriterien.